Angenommen…

Angenommen Du hast alles richtig gemacht und ich nix falsch.
Dann war unsere Liebesgeschichte doch ein Vorbild an authentischem Handeln, oder ? Ein ständiger Jungbrunnen der gegensetzlichen Meinungen, der sowohl (ver)störenden Einflüsse und liebenvollen Treffen und Träumereien, resultierend auf der Tatsache es nicht besser zu können.

Ein zu gleich tröstlicher wie auch verletzender Gedanke der Lebenszeichen, die wir aussenden. Selbst jetzt noch, wo ein Teil von mir dich halten will und der andere Teil mir vorhält wie dumm dieses Gefühl doch ist.
Da mein Naturell Ambivalenz ausstrahlt und wir gedanklich soviel wissen wie nordfriesische Seehunde von philippinischen Landschildkröten, teilten wir doch Zeit und ein Liebesversprechen.

Was ich sagen will hast du zu hören bekommen ohne es zu bewerten, weil für dich die Liebe heilig zu sein scheint und über allem steht. Ganz im Gegensatz zu mir. Ich beurteile mein Leben nach Gedanken und Handlungen. Da hat anhaltende Zuneigung herzlich wenig Platz.
Wir sind das krasse Gegenbeispiel für das Happy End in Filmen. Da wo das Happy End Standard ist, schrieb ich gerne das Drehbuch um und foltere so dein Herz, bis du da bist wo du nie sein wolltest. Am Ende der Lovestory, die eine war, ist und niemals enden wird.
Allerdings haben wir nix mehr davon, weil ich alles falsch gemacht habe und du nix richtig.
Ach komm, pappelapapp…

Resümee

Resümee

Wir füllten unser Behältnis.
1:1, mit dir und mir, im Verhältnis.
Du die Weiche, ich der Harte.
Eine Liebesgeschichte stand auf der Karte.

Keiner ahnte was geschehen sollte.
Weil jeder nur den anderen wollte.
Ein Kunstwerk der Momente.
Blicke, die nichts trennte.

Der Fels war schroff und ihre Bühne.
Als sie fiel wurde er zur Wanderdüne.
Nun ist er in der Wüste still versandet,
und der Wasserfall am Meer gestrandet.

Roter Faden

ICH GLAUBE, das das göttliche ES mein Überich gerne an die Hand nimmt. Ertrage so mein Schicksal mit einem Lächeln und freue mich auf weitere Fügungen, bin dankbar für das Erlebte und sehe Krisen, Erfolg und Glück als Salatbeilagen meines Hauptgerichtes „Leben“ an .

Mein Leben ist wie der Faden eines Wollknäuels, an dem ich seit meiner Geburt ziehe. Irgendwo in der Zukunft wickelt sich dieses Wollknäuel gerade langsam ab und wenn ich am Ende des Fadens ankomme, knüpfe ich das Ende an den Faden des nächsten Wollknäuels und beginne wieder daran zu ziehen. …egal ob in dieser Welt, oder in einer anderen…

Immer wenn ich den Faden in Händen halte bin ich bei mir… in den Phasen ohne diesen Faden zu spüren scheine ich verloren zu sein…

Woran glaubst du ? Wohin will dein Faden dich leiten ?

Psychovegetative Dekompensation

Jährlich grüßt meine Psychoaxt aus dem Gedankenwald zur Abholzung des depressiven Wildwuchses, der sich im Laufe des Jahres angesammelt hat. Bevorzuge zur Flurbereinigung gerne den Herbst, der nach dem Ende des Sommers zwar das Laub und die Früchte vom Baum holt aber mich auf die Palme gebracht hat. Dort oben rauf geklettert sitze ich nun auf der Spitze und bin wieder einmal am Ende meiner Bewältigungsstrategien angekommen. Den Blick nach unten gerichtet finde ich nun keinen Weg runter, da ich fest sitze, überwältigt und blockiert bin. Wer einmal einen Baum bestiegen hat weiß vielleicht wovon ich rede. Rauf ist wesentlich einfacher als runter, was wohl daran liegt, dass die Augen beim Aufstieg alles im Blick haben und keinen Augenblick an den Rückweg verschwenden.

Genug des sprachlichen Ausdrucks, bei dem Wörter (Wortspiele) aus seinem Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen, als Bild verwendet werden (Metapher).

Am Montag war ich soweit: Meine Gedanken kreisten nur noch um den Job und was ich wie am Besten und als nächste machen könnte oder fertig bekommen könnte. Meine Gelassenheit war schon lange dahin und ohne eine Bewältigungsstrategie für den o.g. Gemütszustand war nur noch ein Gedanke in meinem Kopf: STOP… ENDE… AUS… Hol dir Hilfe, geh zum Arzt und schildere ihm deine Situation. Eine Stunde später saß ich im Behandlungszimmer und hielt 15 Minuten später eine AU in den Händen, die mich für zwei Wochen aus der Arbeitswelt fern hält.

Vier Tage später sitze ich jetzt hier und schreibe diese Zeilen in einer (fast schon) entspannten Atmosphäre. Die gespenstigen, aggressiven und destruktiven Gedanken sind (fast) verflogen und ich nutze diese Genesung um meiner Seele (Selbst) wieder bewusst zu werden. Die krankmachende Kruste, die mich umschlossen hat wird langsam aufgebrochen und blättert nach und nach von mir ab. Da runter spüre ich wieder einen Mann, der seine Selbstachtung langsam wieder findet. Alles was mich stark macht hatte ich vergessen und ausgeblendet. An meiner individuellen Belastungsgrenze, die ich wohl mehrfach überschritten hatte, lote ich die Möglichkeiten erneut aus um zur alten Stärke zurückzufinden.

Zur Aufarbeitung werde ich den beruflichen Frustrationslevel mit dem beruflichen Zufriedenheitslevels vergleichen. Abhängigkeiten und  Einflussfaktoren aufschreiben und meine Möglichkeiten beschreiben, auf die nur ich im Job Einfluss habe.

gelassenheitsgebet

Viele Faktoren haben im Job einen Einfluss auf die Zufriedenheit und den Frust. Welche Faktoren kann ich selber beeinflussen und welche nicht. Es folgt eine Auflistung:

Die nicht beeinflussbaren Fixpunkte sind:
Vorgesetzte
Kunden
Kollegen
Projekte
Externe Firmen, die wir betreuen
Vorschriften, Regelwerke
Software/Arbeitsplatz
Auftragslage
Arbeitszeiten
Anweisungen der Chefs
Firmenstruktur/-philosophie
Standards der Kunden
Meinungen der Kunden
Externe Unterlagen (z.B. Gutachten und Prüfberichte)
Qualitätsstandard 
Planungsmängel Dritter bzw. der Kollegen
Fehlverhalten und Kenntnislosigkeit der Beteiligten

Lohn/Gehalt
Mut zur Lücke

Die Variablen, die ich selber beeinflussen kann, sind:
Persönliches Engagement (sich kümmern)
Fachliche Kompetenz
Arbeitsweise
Zeitmanagement
Gestaltungsspielraum
Führungsstärke
Überzeugungskraft
Erfolgserlebnisse und Zufriedenheit
Belastbarkeit
Bewältigungsstrategien / Frustrationsgrenze
Einstellung / Sichtweise
Umgangsformen
Wortschatz
Teamfähigkeit
Reflexion und Feedback
Mut zur Lücke

Da sieht man mal von wie vielen Faktoren meine Arbeit abhängig ist und wie wenig Einfluss ich selber hier und da habe. Als Angestellter, zwar in leitender Funktion, ist man externen Fixpunkten stärker ausgesetzt als ich dachte. Diese Erkenntnis läßt mich etwas ruhiger werden, da ich nur ein Sandkorn am Strand der Arbeitswelt bin und nicht die Sandburg. Da tut Demut und Gelassenheit not und nicht übertriebener Aktionismus gepaart mit Auflehnung, Rechthaberei und der ständigen Kampfeslust alles besser zu wissen.

Ergo und schlussfolgernd: „Radikale Akzeptanz ist wenn du etwas akzeptieren MUSST, weil du keine bessere Wahl hast, damit du deine innere Ruhe (wieder) findest und dann aus dem Kampfmodus aussteigen kannst,“ schrieb mir Änki hinter die Ohren.

 

 

 

 

 

BER darf noch nicht

Du bist ein Ort der Ankunft und Abreise.
Die einen kommen an, die andern gehen leise.
Standort und Hafen von Flugzeuggeräten.
Den schnellen und den zu späten.

Die dich als Drehkreuz kurz benutzen sind in Bewegung.
Gespannt, gelangweilt, voll Erwartung oder in Flugerregung.
Nur du selbst bleibst immer dort,
an diesem Fluggeräteort.
Und winkst und siehst den Fliegern nach.

Willst dich verlassen, einmal jemand anders sein.
Nicht so groß und laut, sondern einsam und mal klein.
So besinn dich du Flughafen, vergiss nicht wer du bist.
Lausche deinen Passagieren, die von Gate A nach C marschieren.

Jeder will da hin wo du längst bist.
Zuhause ist da, wo ein jeder landet, bleibt und wandelt.

Chronologie einer Kündigung

Wir schreiben das Jahr 2019. Vor gut 10 Jahren am 01.02.2010 begann meine Tätigkeit als Bauingenieur in der Ingenieurgesellschaft smt. In den letzten Jahren gab es up’s and down’s und ich wuchs und lernte eine Menge dazu. Als einer von sechs Bauleitern besteht meine Aufgabe darin aus einer Planung, die in der Regel von der smt-Planungsabteilung ausgearbeitet wird, eine Ausschreibung zu fertigen und die Maßnahme (aus dem Tiefbausektor bzw. Kanal- und Straßenbau) dann bis zur Fertigstellung zu  begleiten.

Von Anfang an hatte ich mit dem zum Teil schwachen Niveau der Planunterlagen und der geringen Planungstiefe zwar ein Problem, aber „so what“. Es reicht wohl getreu dem Motto „Das Pferd springt nur so hoch wie es muss“, zu arbeiten.
Offensichtliche Fehler, die überall auftreten können, wurden dann auf Zuruf korrigiert oder auf der Baustelle geregelt. Eine wirklich, abwechslungsreiche und hochinteressante Aufgabe, die ich gerne und mit Freude erledigt habe. Auch mein direkter Vorgesetzter war und ist mit meiner Arbeit hochzufrieden. Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich allerdings bereit zu kündigen. Aber der Reihe nach.

Vor einer Woche, war es Sonntag (so wie heute) hatte ich noch Urlaub und wußte das morgen, Montag, eine „Restarbeit“ auf mich wartete, die mir mein Kollege J. schon am Freitag kurz am Telefon erläutert hatte. Mein Chef hatte mir einen Tag vorher (am Donnerstag) hierzu eine WhatsApp zukommen lassen.

WhatsApp von meinem Chef von Donnerstag: Moin, Jürgen…. J. ist, ja, ab Montag im Urlaub. Bei ihm brennt bei einem Projekt ziemlich die Luft weil er nicht ganz damit fertig wird. Könntest du ihn bitte morgen mal eben anrufen und dir das Projekt erklären lassen. Am Montag müssten dann ganz dringend noch ein paar Restarbeiten da dran gemacht werden….. wäre super.

Okay, dachte ich, dass kann nicht so viel sein. Obwohl das Telefonat mit J. am Freitag mich stutzig machte, da es sich nach seinen Worten wohl um mehr als nur eine Restarbeit handeln musste. Aber mal schauen was ich am Montag vorfinden würde. Ich also gut gelaunt und entspannt ins  Büro und den Rechner hochgefahren. Was dann folgte war eine der erkenntnisreichsten und stressigsten Wochen meiner smt Tätigkeit.

Stand der Planung: Der smt-Planer Jo., der vor gut fünf Monaten als technischer Zeichner bei smt angefangen ist, wurde vom Projektleiter (nebenbei einer der Geschäftsführer von smt und wie mein Chef im Urlaub und nicht ansprechbar) R.S. instruiert die Planung aufzubauen. Die Zeichnungen des smt-Planers Jo. waren bunt und sahen auf den ersten Blick gut aus. Bei näherer Betrachtung allerdings wurde daraus für mich eine nicht abgestimmte und mit Fehlern gespickte Zeichnungsgrundlage. Auch das von Urlauber J. vorbereitete Leistungsverzeichnis lag nur als grobe Struktur vor und nicht als brauchbare Unterlage, in der es noch ein paar Restarbeiten zu erledigen gab. Mit meiner Verzweiflung über den Stand der Maßnahme wuchs auch mein Zorn und die Wut, hier eine Maßnahme bearbeiten zu müssen, die offensichtlich nicht nur mangelhaft sondern auch nicht abgestimmt und durchdacht war.

Ein Freund von mir definierte Restarbeiten nebenbei so:Unter Restarbeiten verstehe ich noch etwas Scheiße an der Schwanzspitze nach dem Analverkehr. Restarbeiten sind nicht der Wunsch nach Analverkehr ohne überhaupt eine Frau hierfür in Aussicht zu haben.“

Die Erkenntnis wieder einmal eine Planung ausschreiben zu müssen, die einen Vorentwurfscharakter hatte ließ mich die Sinnfrage stellen.
Warum mache ich sowas überhaupt ?
Ich dachte und sagte Sätze wie: Meine Lebenszeit ist mir echt zu wertvoll um mich mit sowas rumärgern zu müssen. Ich ließ meinem Frust raus und sprach mit vielen Kollegen darüber.

Grundsätzlich trägt der smt-Planer Jo., der offensichtlich weder angeleitet noch kontrolliert wurde Schuld an der Misere. Auch mein Bauleiter-Kollege J. der noch vor seinem Urlaub, die gleiche frustrierende Situation vorgefunden und erkannt hatte, ist final schuldig. Nein, allein, der Projektleiter R.S. hat es versäumt und verpennt sich zu kümmern. Gibt aber trotz allem die Anweisung raus, diese Maßnahme kurzfristig und möglichst schnell fertigzustellen. Der Kunde war wegen nicht eingehaltenen Termine verständlicherweise verärgert und wartet dringend auf das Leistungsverzeichnis (LV). Da fallen dann Sätze der Geschäftsleitung wie „Mut zur Lücke“, die für mich ein Schlag ins Gesicht sind. Ich habe einen hohen Anspruch an meine Arbeit und erledige sie auch schonmal mit dem „Mut zur Lücke“. Aber für den „Mut zur Lücke“ benötigt man ersteinmal Substanz, sprich z.B. eine Wand oder eine Projektionsfläche. Aber wo nichts ist, kann es auch keine „Lücke“ in der Wand oder auf der Projektionsfläche zugelassen werden.

Zurück zur Maßnahme: An dieser Substanz war mir jetzt gelegen und mich packte tatsächlich der Ehrgeiz dieses Projekt, auf eine für mich erträgliches Maß, auszuarbeiten und abzugeben. Ich sprach mit dem smt-Planer und allen Beteiligten und holte mir weitere Hilfe. Mit Beteiligung dieser Planer kam stetig Fleisch mehr an den Knochen. Ich sprach mit dem Kunden und machte einen Gesprächstermin, der offene Fragen klärte. Und hier zeigte sich wie stark die Kollegen und die Teamarbeit bei smt ist. Ich habe mit tatkräftiger Unterstützung der Kollegen am Freitag um 16 Uhr ein fertiges Ausschreibungspaket abgeliefert, mit dem der Kunde jetzt arbeiten kann.

In dieser Woche habe ich fast nur an diesem Projekt gearbeitet mit der Folge, dass „meine“ Projekte in der Warteschleife sind. Was bleibt ist der Frust über den Projektverlauf und die gereifte Erkenntnis smt den Rücken kehren zu wollen bzw. das Arbeitsverhältnis kündigen zu wollen. Ich war ab Mittwoch soweit und sprach mit allen Bauleitern darüber: „Ich kündige bei smt !“ Die Reaktionen auf diese drastische Aussage bewegten sich zwischen Verständnis und ungläubigem Staunen in den Gesichtern der Gesprächspartner. Mit diesem Statement ergaben sich aber auch Gespräche, die meinen Frust spiegelten, da ich nicht alleine da stehe mit der Überlegung zu kündigen. Die Abläufe bei smt und der smt-Standard sind zum Teil einfach chaotisch. Der Name der Ingenieurgesellschaft „s m t“ steht übrigens hier für „SchlagMichTot“. Besser wäre natürlich „m m b“ „MachMichBesser“ oder „n t s“ „NichtTraurigSein“. Mir ist schon klar das es in der Arbeitswelt nie rund läuft oder es Musterprojekte gibt, die ohne Fehl und Tadel ablaufen. Ein Ziel ist und bleibt es für mich allerdings.

Ein Gedankenspiel: Wir Menschen streben „Privat“ nach Liebe, Harmonie, Zufriedenheit und Glück aber erleben in der Arbeitswelt ständig Disharmonien, Unzufriedenheiten und Konflikte. Wir befinden uns am Arbeitsplatz auch schonmal auf dem Schlachtfeld von Einzelinteressen wo Eitelkeiten und Unstimmigkeiten an der Tagesordnung sind. Sprüche wie: „Jeder macht was er will. Keine macht was er soll. Und alle machen mit.“ beschreiben diesen Zustand treffend. Ein Kampf ums liebe Geld oder Einfluss. Diesen ständigen Konflikt auszugleichen, dafür arbeite und lebe ich. Ein Idealismus, der nicht mehr sehr verbreitet scheint… Keine Ahnung…

Woran das liegt: Als ich anfing bei smt waren wir 40 Angestellte und jetzt, 10 Jahre später, sind es über 80 Angestellte. Wer was macht bleibt schonmal im Dunkeln. Hierzu könnte ich noch viele Punkte auflisten, die aus meiner subjektiven Sichtweise zweifelhaft und fragwürdig sind. Es gibt auch viele positive Entwicklungen um dieses Wachstum zu entwickeln, zu steuern und eine Vernetzung aller Mitarbeiter an einem Projekt transparent zu gestalten… Für diese Entwicklung, Klarheit und Ehrlichkeit stehe ich hier und bin leider oder gottseidank (da weiß ich gerade nicht so richtig) immer noch bereit bei „smt“ zu arbeiten…