Kontemplation

Kontemplation

Kontemplation: Kontemplation (von lateinisch contemplatio „Richten des Blickes nach etwas“, „Anschauung“, „Betrachtung“) ist in philosophischen und religiösen Texten die Bezeichnung für ein konzentriertes Betrachten…

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Der der wandert, geht in sich.
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Dem Tipp der Hotelfachfrau am Empfang folgend ging es heute zum Reedsee. Einem einsamen See auf 1830 m in Mitten der Hohen Tauern Kernzone. Der Einstieg am Berg lang gut 40 Wanderminuten vom parkenden Autos entfernt… von da an ging es steil bergan. Durch bemoßte Tannenwälder, die hier und da den Blick freigaben auf die felsige Bergwelt am Rand des blauen Himmel…

Der faltbare Broschüre des Hotels verpasste der Tour 25 Punkte und einen schwarzen Punkt. 750 m rauf zum See und wieder runter. Nix ahnend ist sowas ein echtes Abenteuer. Die Unwissenheit des Weges vereint in der Bewegung und auf der Suche nach einem festen Tritt, ließ uns nicht los. Bis wir dann über den Bergkamm kamen und der Blick sich auf den See senkte… Blindlinks und erschöpft schöpften wir mit den Füssen im See neue Kraft und waren begeistert und bis in jede Körperfaser gelöst. Ich fing an Steine zu stapeln…

2018-08-21 13.47.17

Es wurden 5 Türme, die wie Pilze aus dem Seeboden schossen.

2018-08-21 14.11.33

Die Zeit rinnt wie der kühle Gebirgsbach dem Tal entgegen und schenkt Eindrücke und Augenblicke bei denen man die Zeit vergisst und nur hier ist, wo nichts wichtig ist, weil alles da ist… und…

2018-08-22 16.12.29

2018-08-23 12.44.22
The sky is the Limit am Heiligenblut

2018-08-24 15.45.54
Im Kleeblatturwald wandert es sich glücklicher als anderswo…

 

 

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Lichtsignale

Ampelgrün lässt dich in Frieden.
Das GELB gibt dir Grund zum handeln.
Das Rotlicht bremst deinen Boliden.
Jetzt deute dies, um es umzuwandeln.

Das GELB steht für den einen Glücksmoment.
Der verfliegt macht Platz für die Bewegung.
Jetzt, wo das grüne Lichtsignal hell brennt.
Sinnbild deiner Freude und Erregung.

Das GRÜN wirkt befreiend-lautlos.
Wie der Flug des Sperlings, der sich rettet.
Vor nun fahrenden Autos.
Entfesselt, frei und nicht angekettet.

Mach dein Ding, bis zur gelben Warnung.
Bremsbereit besinne dich geschwind.
Jetzt hast du eine Ahnung.
Noch fahren, bremsen ? Da steht ein Kind.

Stopp ! Bei ROT steht alles stille.
Nichts geht mehr für den Anhalter.
Aus Kofferräumen ragen Ankerspille.
Sieh da, da findet einer den Blaulichtschalter.

Das Kind ist weg. Stopp ! Da entdecke ich es wieder.
Nimm mich, kleiner Junge, selber an die Hand.
Jetzt blinken überall die blauen Lichter.
Wenn ich groß bin werde ich Dichter.

Liebesregeln

Liebesregeln

§ 1
Unsere Gefühle füreinander sollten genauso stark sein wie die des anderen!

§ 2
Wir sollten uns mit den Augen der Liebe ansehen, uns schön und attraktiv finden!

§ 3
Wir sollten uns zuhören und verstehen. Keine Missverständnisse aufkommen lassen und offen sein!

§ 4
Wir sollten uns füreinander interessieren, nicht nur in guten Tagen, sondern auch an schlechten Tagen. Verständnis üben für die Situation des anderen!

§ 5 Wir sollten von unserer Zukunft träumen, aber auch die Träume des anderen respektieren, die nicht mit den eigenen übereinstimmen.

§ 6
Wir sollten uns gerne fühlen, küssen, anfassen, umarmen! Aber auch den Geist des anderen erfühlen und lieben!

§ 7
Wir sollten die Gedanken und Meinungen des anderen wissen, auch wenn es nicht dieselben sind!

§ 8
Wir sollten uns im Streit nie böse Wörter entgegenbringen, denn sie verletzen!

§ 9
Wir sollten uns respektieren und achten! Auch wenn es einmal Streit gibt, die Bereitschaft zum Reden und Versöhnen sollte immer bereitgestellt sein!

§ 10
Wir sollten uns vermissen wenn wir nicht beieinander sein können. Doch nicht nur den Körper des anderen, sondern auch seinen Geist!

§ 11
Wir sollten uns sehen wie wir sind und nicht wie wir uns den jeweils andere vorstellen!

§ 12
Wir sollten unsere Macken respektieren und darüber hinwegsehen! Aber den anderen auch auf seine Macken aufmerksam machen, jedoch nicht im Streit!

§ 13
Wenn wir einmal gegeneinander unausstehlich sind, mit Liebe und Zuneigung dieser Situation begegnen! Dadurch kommt es nicht zum Streit! Aber auch den Abstand wahren, wenn es dem anderen zu viel wird!

§ 14
Wir sollten unsere Zuneigung füreinander immer und überall zeigen können! Sei es durch einen Kuss oder eine zärtliche Berührung! Nicht genervt reagieren, wenn der andere vielleicht nicht dazu aufgelegt ist. Ein Kuss oder eine Berührung stärkt die Liebe auch in schweren Zeiten!

§ 15
Wir sollten uns gegenseitig heilen! Nicht nur wenn der Partner Rückenschmerzen oder Migräne hat, sondern auch dann, wenn einmal die seelischen Wunden bluten, selbst wenn der Partner diese Wunde verursacht hat. Wir sollten das Pflaster der Liebe über den Kummer und die Wunden kleben!

§ 16
Wir sollten den anderen auch kleinere Fehler machen lassen und ihn bei der Enttäuschung beistehen! Wir sollten dem jeweils anderen die Chance lassen, die Fehler wieder gut zu machen!

§ 17
Wir sollten nie aufhören müssen, dem anderen zu vertrauen und unsere Liebe aufrechterhalten!

§ 18
Es sollte um ein WIR SIND gehen und nicht um ein ICH WILL.

§ 19
Wir sollten die Liebe nie auf eine chemische Reaktion unserer Körper reduzieren. Denn kein Vasopressin, Serotonin, Oxytocin oder Dopamin war jemals ausserhalb deines Körpers und kennt die Geheimnisse der Weltenseele.

§ 20
Wir sollten an etwas gemeinsames glauben.

§ 21
Wir sollten uns achten und gerne beobachten. Uns nicht kontrollieren oder überfordern. Vielmehr in Zuversicht und Gelassenheit das gemeinsame Leben ansehen und nicht aufhören zu staunen und sich zu wundern…

 

Harre

Harre

Heute wäre wieder so ein Tag, der diese Geschichte geschrieben hätte, die für mich vor 32 Jahren begann. Die Anfänge dieser Heavy-Party am ersten Weihnachtstag liegen in meinen Teenagerjahren, Anfang der 80er Jahre. Alles war neu und geheimnisvoll für mich, ja, einfach und herrlich unkompliziert. Ok, der Nebel der Verklärung bestärkt so ein Urteil aus heutiger Sicht und macht einiges genialer als es wirklich war.
Mit einer Ausnahme: Die Harre-Party war von Anfang an unser Herzschlag aus den Tiefen des Metal-Universums. Unvergessen hat sie sich eingeprägt in die Seelen der Protagonisten, wie die Malerei eines Urmenschen auf der Wand seiner Höhle.
Aber der Reihe nach.
Mit 18 oder 19 war ich dann wohl das erstemal dort. Das war dann im Jahre 1984 oder 1985. Allein die Örtlichkeit sprach für sich. Ein alter Bauernhof mit einem schrobigen und wortkargen Bewohner Namens „Harre“. Alle nannten ihn so. Sein Vorname ist mir bis heute nicht bekannt. „Harre“, der neben seinem spärlichen Tierbestand und übersichtlichen Ländereien ein Ausflugslokal mit Klein-Kneipe betrieb, hatte ein Herz für Knecht Kalle, Hängebauchschweine, Esel und allerlei Federvieh. Neben den schnuckeligen Stallungen befanden sich zwei Scheunen (die Große und die Kleine), die er zu Partyzwecken anbot. Diese Party war für mich ab 1985 ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Dort trafen wir uns alle. Allein wegen der alternativen Musik, weit weg von „Rudis Musikexpress“ und dem unschlagbaren Eintrittspreis (anfänglich 8 DM) und dem was man dafür bekam: Warsteiner Flaschenbier 0,33 – frei saufen und immer schön kalt. Eine Heizung gab es nicht in der großen Scheune. Gekifft wurde auch sehr viel, geraucht sowieso. Freunde, laute Musik und saufen bis zum abwinken.
Was will man mehr ?!
Die Gründungsmitglieder der Harre-Party waren durch die Bank 10 bis 15 Jahre älter als „wir“. Sie hießen u.a. „Lollo“, „Otto“ und „Maiden“. Alle waren mit dem Motorrad, vorrangig „Suzuki Katana 1100 Umbauten“, unterwegs und für uns ein klein bisschen Vorbild und Respektsperson. Die Jahre vergingen und der Kultfaktor der Harre-Party stieg.  Als dann die oben genannten Haudegen des unangepassten Landvolkes, keine Lust mehr hatten die Party zu organisieren, kam unsere Zeit. 1991 war die Harre-Party das erstes mal in den Händen der Nachfolger. Eine Handvoll Nachwuchstalente (komme ich später noch zu) und ich waren jetzt für alles zuständig. Das war einfach und schnell erledigt. Kurz bei „Harre“ vorbei und Bescheid geben, dann beim ortsansässigen Getränkehändler 100 Kisten Bier und 10 Kisten Cola bestellen und als Drittes die Musikanlage buchen. Harre nahm alleine 1000 DM nur für den Raum. Die Scheune war ein uraltes Fachwerkgebäude welches, wie der ganze Hof, vor dem Krieg oder kurz danach erbaut wurde (keine Ahnung). Halt alt und vollgestopft mit Gerümpel und alten Geschichten, die aus den Wänden flüstern, wenn man mal genau zugehört hat. War aber meistens zu laut.
Der Tag kam: 25.12.1991, ich darf vorstellen: Den harten Kern der Nachwuchstalente
Dusa und Herbo
Einsatzort: Die Männer an der Kasse
Spezialgebiet: Malocher, Womanizer und sportliche Dauerbrenner
Getränk: Eine Flasche Dimple-Wiskey mit Cola
Matze, Harry, Mücke, Disco
Einsatzort: Thekendienst
Spezialgebiet: bodenständig, solide, chaotisch, verlässlich, unberechenbar, aber jeder trinkerprobt (mit verhaltensoriginellen Abweichungen, versteht sich)
Getränk: Warsteiner
Schmuu (ich):
Einsatzort: Musik-DJ und Nebelmaschine
Spezialgebiet: selbst aufgenommen Mixtapes von TDK SA-90
Getränk: Warsteiner

So und jetzt zum Wesen(tlichen) meiner Geschichte: Die Party selber. Da gibt es soviel zu berichten und viele Kuriositäten. Das in Worte zu packen wird einen Bruchteil der Bedeutung wieder spiegeln, die es damals gehabt hat. Ich versuche es trotzdem.
Es ist halt ein Gefühl, was entsteht wenn du wächst. Es hat mich geprägt und ein Lebensgefühl teilen lassen. Beispielhaft sei erwähnt, dass zu bestimmten Musikstücken jeder mit dem Fuß gewippt hat oder alternativ auf der Tanzfläche völlig ausgerastet ist… Auch die Stammgäste haben ihre Geschichte dazu beigetragen. Jeder der mal da war, kann sich jetzt selber ein Bild machen oder in Erinnerungen schwelgen, die ein jeder in sich trägt…

Ein Lied von vielen war solch eins: The Cranberries, 1994 –  Zombie

Heavy Party (immer) am 1. Weihnachtstag
Startup: 25.12.1991
Enddown: 25.12.2004
Ort: Harre Ranch, Albersloh, Germany
erster Eintritt 1991: 10 DM (frei saufen)
letzter Eintritt 2004 (glaub ich): 5 € (mit Getränkemarken, Bier ein Euro)

Und denk dran: Gänsehaut hat immer Recht

Vita

In den verrauchten 70er Jahren als Sohn streitender Eltern den Weg des geringsten Wiederstandes beschritten und beschlossen nicht aufzufallen, stehe ich 50 Jahre später hier um aufzufallen…

Als Vater einer Tochter (15) und eines Sohnes (3) bin ich dankbar für dieses Leben mit Ihnen. Im Kleinen genauso wie im Großen.

Als Rennrad-Sportler habe ich die Höhen und Tiefen so mancher Berg- und Talfahrt in Freude angenommen und unter Schmerzen genossen.

Verdiene meinen Unterhalt als Bauingenieur in einem Ing.-Büro hier in Münster und bedenke, vernetze und verdichte, damit es mich/uns trägt…

Klappentext

Die Tragfähigkeit dieses Buches liegt jetzt in deiner Hand. Als Bauleiter, Planer, Organisierer, Konzentrierer, kurzum als Verdichter einer Baumaßnahme bin ich korrekt, sachlich und zielführend an Tiefbaumaßnahmen beteiligt, damit sie tragfähig werden.
Abseits hiervon und als Mensch grab ich gerne in meinem Hirn nach denklichem und poetischem Krimskrams. Als Wortakrobat jongliere ich solange mit Worten bis sie auf dem Punkt landen oder halsüberkopf eine selbsttherapeutische Bruchlandung hinlegen. Lies selbst.